
Wireless IoT
Indoor Tracking mit BLE: Werkzeuge und Betriebsmittel intelligent orten
Erfahren Sie, wie Beacons, Gateways und die iDTRONIC IoT-Plattform die Ortung von Werkzeugen und Betriebsmitteln ermöglichen.
Datum:
21.10.2026
Lesezeit:
5 min
Inhaltsverzeichnis
In Produktionshallen, Werkstätten und Lagerbereichen werden täglich zahlreiche Werkzeuge und Betriebsmittel eingesetzt. Viele davon wechseln regelmäßig ihren Standort oder werden von unterschiedlichen Mitarbeitern genutzt. Wird ein bestimmtes Werkzeug benötigt, beginnt häufig die Suche. Das kostet Zeit und kann im schlimmsten Fall ganze Arbeitsabläufe verzögern. Ein Rechenbeispiel: Sucht jeder von 50 Mitarbeitern nur 10 Minuten am Tag, sind das über 8 Arbeitsstunden. Jeden Tag.
Mit der BLE-Indoor-Tracking von iDTRONIC sehen Sie, in welchem Bereich ein Werkzeug zuletzt erkannt wurde, automatisch und ohne Scannen. Kleine BLE-Tags am Betriebsmittel, PoE-Gateways an der Decke, alle Daten in der iDTRONIC IoT-Plattform.
Warum Indoor Tracking für Unternehmen immer wichtiger wird
In vielen Unternehmen ist zwar bekannt, welche Werkzeuge und Betriebsmittel vorhanden sind, nicht aber, wo sie sich aktuell befinden. Besonders in größeren Produktionsumgebungen oder weitläufigen Lagerhallen entstehen dadurch unnötige Suchzeiten. Klassische Werkzeugverwaltungssysteme dokumentieren häufig, welche Betriebsmittel einem Mitarbeiter oder einer Abteilung zugeordnet sind. Der tatsächliche Standort lässt sich damit jedoch nicht immer automatisch bestimmen.
Hier setzt Indoor Asset Tracking an. Anstatt Standorte manuell zu dokumentieren, werden die Funksignale der gekennzeichneten Objekte über eine BLE-Infrastruktur erfasst. Sobald sich ein Werkzeug innerhalb des Empfangsbereichs eines Gateways befindet, kann dessen Präsenz erkannt und dem jeweiligen Bereich zugeordnet werden.
Für Unternehmen entsteht dadurch eine zusätzliche Informationsebene, die über die klassische Betriebsmittelverwaltung hinausgeht. Verantwortliche können beispielsweise erkennen, ob sich ein benötigtes Werkzeug noch in der Produktion befindet oder bereits in einen anderen Gebäudebereich transportiert wurde. Insbesondere bei häufig genutzten Betriebsmitteln kann diese Transparenz dazu beitragen, Suchzeiten zu reduzieren und vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen.
Wie funktioniert Indoor Tracking mit Bluetooth Low Energy?
Bluetooth Low Energy ist eine energieeffiziente Funktechnologie, die sich besonders für die drahtlose Übertragung kleiner Datenmengen eignet. Im Bereich BLE Tracking wird sie genutzt, um Objekte über regelmäßig ausgesendete Funksignale zu identifizieren.
Die technische Grundlage bilden BLE Beacons beziehungsweise BLE Tags, die an den zu überwachenden Betriebsmitteln befestigt werden. Diese senden in definierten Zeitabständen Funksignale aus, die von kompatiblen Gateways empfangen werden können.
So gelangen die Standortdaten in die IoT-Plattform

Der entscheidende Vorteil liegt im geringen Energieverbrauch. BLE Tags können je nach Gerät, Batteriekapazität und Sendeintervall über längere Zeiträume betrieben werden, ohne dass eine permanente externe Stromversorgung notwendig ist.
Anders als bei einer klassischen GPS-Ortung wird keine Satellitenverbindung benötigt. Dadurch eignet sich die Technologie besonders für Innenbereiche, in denen GPS-Signale nur eingeschränkt oder überhaupt nicht verfügbar sind.
BLE Beacons und Tags zur Kennzeichnung von Werkzeugen
Damit Werkzeuge und Betriebsmittel automatisch erkannt werden können, erhalten sie einen BLE Tag oder Beacon. Im iDTRONIC Portfolio stehen dafür unterschiedliche Lösungen zur Verfügung, darunter der BB15 Universal Asset BLE Tag und der BE60 Industrial BLE Beacon. Je nach Einsatzumgebung und Objekt können geeignete Geräte ausgewählt werden.
Universal Asset BLE Tag
Der BB15 Universal Asset BLE Tag eignet sich für die Kennzeichnung unterschiedlicher mobiler Betriebsmittel. Durch seine kompakte Bauform kann er beispielsweise an Werkzeugkoffern oder transportablen Geräten angebracht werden.
Industrial BLE Beacon
Für industrielle Anwendungen mit höheren Anforderungen an die eingesetzte Hardware steht der BE 60 Industrial BLE Beacon zur Verfügung. Er kann zur automatisierten Identifikation von Betriebsmitteln innerhalb der BLE-Infrastruktur eingesetzt werden. Die Tags senden ihre Kennung über Bluetooth aus. Sobald ein Gateway das Signal empfängt, kann das jeweilige Betriebsmittel im System identifiziert werden.
BLE Gateways als Verbindung zur IoT-Plattform
Während die BLE Tags die Funksignale aussenden, übernehmen Gateways deren Erfassung. Das iDTRONIC GT53 BLE PoE Gateway kann innerhalb der gewünschten Gebäudebereiche installiert und über die Netzwerkinfrastruktur angebunden werden. Power over Ethernet (PoE) ermöglicht dabei die Stromversorgung und Datenanbindung über ein geeignetes Ethernet-Kabel.
Je nach Größe und baulicher Beschaffenheit des Gebäudes werden mehrere Gateways benötigt. Sie bilden gemeinsam die Infrastruktur für die Erkennung der BLE Tags. Sobald ein Gateway ein Signal empfängt, können die relevanten Informationen an die IoT-Plattform weitergeleitet werden. Dort werden die Daten dem jeweiligen Betriebsmittel zugeordnet und für die weitere Auswertung bereitgestellt.
Positionsbestimmung in Gebäuden: Wie genau ist BLE Tracking?
Eine zentrale Frage bei der Einführung eines Indoor Tracking Systems ist die erreichbare Ortungsgenauigkeit. Im Gegensatz zur GPS-Ortung basiert die Positionsbestimmung mit BLE auf den Funksignalen, die von den installierten Gateways empfangen werden. Die Signalstärke, häufig als RSSI (Received Signal Strength Indicator) bezeichnet, kann dabei als zusätzliche Information zur räumlichen Einordnung genutzt werden.
Wird ein BLE Tag von einem bestimmten Gateway erkannt, lässt sich daraus ableiten, dass sich das Objekt im jeweiligen Empfangsbereich befindet. Sind mehrere Gateways installiert, können abhängig von der Systemarchitektur zusätzliche Empfangsinformationen zur Positionsschätzung herangezogen werden.
Die tatsächliche Genauigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Metallische Oberflächen, Maschinen und bauliche Hindernisse können die Funkausbreitung beeinflussen. Auch die Anzahl und Positionierung der Gateways spielen eine wichtige Rolle.
Für viele industrielle Anwendungen ist eine zentimetergenaue Ortung allerdings gar nicht erforderlich. Oft genügt bereits die Information, ob sich ein Werkzeug in einer bestimmten Produktionshalle, Werkstatt oder Lagerzone befindet. Eine solche bereichsbasierte Indoor-Ortung kann die Suche erheblich vereinfachen, ohne dass eine hochpräzise Positionsbestimmung notwendig ist.
Bewegungsdaten erfassen und nachvollziehen
Neben der Standorterkennung können die erfassten BLE-Signale auch Informationen über Standortwechsel liefern. Wird ein Betriebsmittel zunächst von einem Gateway im Lager und später von einem Gateway in der Produktion erfasst, lässt sich daraus ein Wechsel des erkannten Aufenthaltsbereichs ableiten.
Diese Informationen können für unterschiedliche betriebliche Fragestellungen genutzt werden. Beispielsweise lässt sich nachvollziehen, wann ein Werkzeug zuletzt in einem bestimmten Bereich erkannt wurde. Unternehmen können dadurch besser einschätzen, ob ein Betriebsmittel möglicherweise noch im Einsatz ist oder an einem anderen Standort gesucht werden sollte. Auch wiederkehrende Bewegungsmuster können interessant sein, etwa wenn Transportwagen regelmäßig zwischen Lager und Fertigung wechseln.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einer kontinuierlichen Bewegungsverfolgung und einer ereignisbasierten Standorterfassung. BLE Tracking dokumentiert zunächst empfangene Funksignale und deren zeitliche Zuordnung. Welche Bewegungsinformationen sich daraus ableiten lassen, hängt von der vorhandenen Gateway-Infrastruktur und der Verarbeitung der Daten ab.
Indoor Tracking in der iDTRONIC IoT-Plattform
Der eigentliche Mehrwert einer Indoor-Tracking-Lösung entsteht, wenn die erfassten Informationen für Mitarbeiter und Verantwortliche einfach zugänglich sind. Die iDTRONIC IoT-Plattform dient als zentrale Umgebung zur Verwaltung und Visualisierung der angebundenen Tracking-Geräte. Dort können die erfassten Standortinformationen den jeweiligen Betriebsmitteln zugeordnet werden.
Anstatt einzelne Gateways manuell auszuwerten, erhalten Unternehmen eine gemeinsame Übersicht über ihre angebundenen Assets. Die Plattform ermöglicht es, die verfügbaren Tracking-Daten zentral einzusehen. Abhängig von der jeweiligen Systemkonfiguration können Standortinformationen und historische Erfassungsdaten genutzt werden, um Veränderungen nachzuvollziehen.
So lässt sich beispielsweise prüfen, in welchem Gebäudebereich ein Werkzeug zuletzt erkannt wurde. Mitarbeiter müssen nicht mehr ausschließlich auf manuelle Dokumentationen oder Rückfragen bei Kollegen zurückgreifen.
Die Kombination aus BLE-Hardware und IoT-Plattform schafft damit eine digitale Grundlage für ein effizienteres Werkzeugmanagement.
Typische Anwendungen für Indoor Asset Tracking
Werkzeugortung in Produktion und Werkstatt
In industriellen Produktionsumgebungen werden häufig hochwertige Spezialwerkzeuge eingesetzt, die von verschiedenen Mitarbeitern oder Arbeitsplätzen gemeinsam genutzt werden. Ist ein Werkzeug nicht am vorgesehenen Platz, entsteht zusätzlicher Aufwand bei der Suche.
Durch die Anbringung eines BLE Tags kann dessen Präsenz innerhalb der Tracking-Infrastruktur automatisch erfasst werden. Die zuletzt erkannte Position beziehungsweise der zugeordnete Gebäudebereich lässt sich anschließend über die IoT-Plattform nachvollziehen. Besonders bei teuren oder selten verfügbaren Werkzeugen kann eine bessere Standorttransparenz helfen, unnötige Ersatzbeschaffungen zu vermeiden.
Betriebsmittelverwaltung in Lagerhallen
Auch Transportwagen, mobile Geräte oder andere Betriebsmittel wechseln innerhalb größerer Lagerflächen regelmäßig ihren Standort. Mit BLE Asset Tracking können diese Objekte digital gekennzeichnet und innerhalb der ausgestatteten Gebäudebereiche erkannt werden.
Dadurch entsteht eine bessere Übersicht über die Verteilung der Betriebsmittel. Mitarbeiter können gezielter nach benötigten Geräten suchen und verfügbare Ressourcen effizienter nutzen.
Standortüberwachung mobiler Betriebsmittel
Nicht jedes Betriebsmittel wird täglich eingesetzt. Manche Geräte werden nur für bestimmte Produktionsschritte benötigt und anschließend an wechselnden Orten abgestellt. Gerade bei solchen Objekten kann eine automatisierte Standorterfassung sinnvoll sein.
Wird ein BLE Tag über längere Zeit nicht mehr von einem Gateway erkannt, lässt sich zunächst feststellen, wann das letzte Empfangsereignis stattgefunden hat. Ob sich das Gerät außerhalb des Empfangsbereichs befindet oder eine andere Ursache vorliegt, muss gegebenenfalls gesondert geprüft werden. Die erfassten Daten können dennoch dabei helfen, mögliche Standortwechsel schneller einzugrenzen.
BLE oder RFID: Welche Technologie eignet sich für die Werkzeugortung?
RFID und BLE sind keine Alternativen, sondern ergänzen sich. Passive RFID-Transponder brauchen keine Batterie und eignen sich ideal für die Erfassung an festen Punkten, etwa bei Werkzeugausgabe, Rückgabe oder Prüfstation. BLE-Tags senden selbstständig und zeigen, in welchem Bereich sich ein Betriebsmittel zwischen diesen Punkten befindet.
iDTRONIC entwickelt seit über 20 Jahren RFID-Hardware und bietet BLE-Tracking aus derselben Hand. Wer bereits RFID im Einsatz hat, kann BLE ergänzen, ohne das bestehende System zu ersetzen.
Fazit: Mehr Transparenz über Werkzeuge und Betriebsmittel
Wenn Werkzeuge und mobile Betriebsmittel regelmäßig zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen wechseln, reichen manuelle Bestandslisten häufig nicht aus, um ihren aktuellen Aufenthaltsort zuverlässig nachzuvollziehen.
Indoor Tracking mit BLE-Technologie ermöglicht eine automatisierte Erfassung innerhalb der installierten Gateway-Infrastruktur. Unternehmen erhalten zusätzliche Informationen über erkannte Aufenthaltsbereiche und Standortwechsel.
Mit den BLE Tags, industriellen Gateways und der iDTRONIC IoT-Plattform lassen sich entsprechende Tracking-Lösungen aufbauen und an die jeweiligen Anforderungen anpassen. Damit wird die Grundlage geschaffen, Suchzeiten zu reduzieren und die betriebliche Nutzung vorhandener Ressourcen transparenter zu gestalten.
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